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Das Kreuz mit der Kultur

„Den Juden bin ich ein Jude geworden“

Der Apostel Paulus ist auch ein Beispiel für einen respektvollen Umgang mit kulturellen Unterschieden, ohne gleichzeitig die Kultur zum leitenden Maßstab zu erheben.

Während seiner Sabbatansprache spricht David Asscherick in der bis auf den letzten der 4.000 Plätze gefüllten Halle auch ein komplexes Thema an: den Umgang mit kulturellen Unterschieden. Er erklärt anhand des Beispiels der Frage der Beschneidung von Nichtjuden (Apg. 15), warum kulturelle Unterschiede nicht zu einem Dogma erklärt werden sollen. Auf der anderen Seite unterstreicht er deutlich die Notwendigkeit, unsere Sprache und unser Handeln rücksichtsvoll nach dem jeweiligen kulturellen Kontext auszurichten.

Dieser Balance-Akt ist eine altbekannte Herausforderung, die sich allzu oft in Grauzonen bewegt und einer allgemein verbindlichen Regelung entzieht. Wir müssen uns aber davor hüten, „Kultur“ zu einem Konzept zu machen, der über den Kategorien von Gut und Böse steht. Zwei Beispiele: Wenn kleine Mädchen in manchen afrikanischen Ländern beschnitten und brutal verstümmelt werden, ist dies ein Teil einer Kultur, und gleichzeitig schlichtweg falsch. Wenn sich eine Zuhörerschaft nicht aktiv an einer Ansprache durch laute „Amen-Rufe“ beteiligt, ist das Teil einer Kultur, und wird lediglich falsch verstanden.

Geschrieben von Janet Reznicek am Sonntag, 27 März 2016.
Geposted in Sprecher , YiMC 2016