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Verkleiden spielen

...und was Luther damit zu tun hat

Wenn Kinder klein sind, spielen sie gerne Verkleiden. Die Mädels streifen sich die Kleider von Mama über und schlüpfen in ihre Stöckelschuhe. Dann gehen sie zum Spiegel und bestaunen sich.

Vorausgesetzt, sie stolpern nicht mit den viel zu großen Stöckelschuhen über die viel zu lange Gardine. Jungs spielen lieber den Polizisten, der den Geschwistern auf die Finger schaut und sich groß und stark fühlt. Doch nicht nur Kinder verkleiden sich gerne.

Dieses Jahr gab es Teilnehmer, die sich verkleideten. Sie schlüpften in verschiedene Rollen. Jeden Abend spielten sie eine Szene aus dem Leben von Menschen, die vor genau 500 Jahren gelebt haben. Genau genommen nahmen sie die Zuschauer mit in das Leben Martin Luthers. Ein beeindruckendes Leben. Allerdings konnte der „echte“ Martin Luther sich nicht verkleiden. Er konnte nicht einfach aus der Rolle schlüpfen, wenn es ernst wurde und man ihn zwang zu widerrufen. Er stand zu dem, was er in der Bibel entdeckt hatte. Er wollte gar nicht aus seiner Rolle heraus. Er glaubte an das, was Gott ihm gezeigt hatte. Durch den standhaften Glauben Martin Luthers konnte Gott die Welt verändern. Wo wäre die Welt heute, wenn Luther aufgegeben hätte? Was, wenn er die Bibel angezweifelt hätte, oder sich von seinen Gegner hätte einschüchtern lassen? Wie wäre die Geschichte ausgegangen, wenn er nicht „echt“ gewesen wäre, sondern nur Verkleiden gespielt hätte?

Es ist leicht Verkleiden zu spielen. Besonders hier am YiMC oder Sabbats, wenn man zur Gemeinde geht. Doch Gott möchte nicht, dass wir in die Rolle eines anderen schlüpfen. Er möchte nicht, dass wir versuchen den Glauben eines anderen nachzuspielen. Stattdessen wünscht er sich, dass wir „echt“ sind. Und dieses echte Leben mit ihm, sagt er in Johannes 8, wird für uns die Freiheit sein.

Geschrieben von Sharon Strimbu am Montag, 17 April 2017.
Geposted in YiMC 2017